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Diagnose „Vorhofflimmern”: Motivationsstrategien helfen, das Leben umzustellen und das Schlaganfallrisiko zu senken.

Wenn bei Ihnen Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, kann die Diagnose mit einer größeren Umstellung der Lebensgewohnheiten und womöglich einer zusätzlichen und gegebenenfalls langjährigen Medikamenteneinnahme einhergehen. Das ist der Fall, wenn zusätzlich zur Diagnose Vorhofflimmern weitere behandlungsbedürftige Erkrankungen oder Risikofaktoren vorliegen, wie Bluthochdruck oder Diabetes.

Die zentrale Frage ist daher: Wie schaffen Sie es, wenn womöglich zusätzliche therapiebedürftige Erkrankungen vorliegen, bestimmte Gewohnheiten nachhaltig zu ändern, um einem Schlaganfall vorzubeugen? Hierzu empfiehlt Motivationsexperte und Diplom-Psychologe Rolf Schmiel eine Strategie in Form von drei Schritten, die Sie nach der Diagnose bei der Akzeptanz und der Umstellung gewisser Lebensgewohnheiten unterstützen kann. Die nun folgenden Motivationsschritte sollen helfen, Veränderungen im Alltag dauerhaft zu meistern und können individuell angepasst werden.

1. Schritt: Das Gespräch mit einem Vertrauten – Sorgen ausdrücken und Unterstützung finden

Am Anfang steht das Gespräch mit einem Vertrauten, beispielsweise einem engen Freund oder dem Arzt, der mit Ihnen den weiteren Weg nach der Diagnose mitgeht. Durch regelmäßigen persönlichen Austausch soll das Gefühl der Überforderung genommen werden. Denn Ängste auszusprechen erleichtert generell die Verarbeitung und ist der erste Schritt zu einer nachhaltigen Lebensumstellung.

Gerade die Kommunikation mit dem Arzt spielt eine große Rolle: Immerhin empfiehlt er womöglich einen Plan, der Sie im Alltag vor Herausforderungen stellt: mehr Bewegung und weniger Alkohol, eine ausgewogene, „herzgesunde” Ernährung, Stressabbau, kein Nikotin und eventuell eine regelmäßige Einnahme der Medikamente.

2. Schritt: Motivation durch „Gleichgesinnte“ – Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt in der Gruppe

Neben dem Einzelgespräch kann man sich Interessensgruppen suchen, in denen man nicht nur Gleichgesinnte findet, sondern auch Hilfsbereitschaft und Solidarität. Denn es kann helfen, sich mit Menschen auszutauschen, die gleiche Erfahrungen machen. Gemeinschaften bieten Identifikation, Tipps und Vorgaben, um sich daran zu orientieren. Zugleich kann die Gruppe als wohlwollende „Kontrollinstanz” dienen und über Zeiten hinweghelfen, in denen mal die nötige Motivation fehlt. Bei Interesse empfehlen wir Ihnen, Ihren Arzt oder Ihre Krankenkasse nach Herzsportgruppen sowie Abnehmtreffs oder ähnlichem in der Region zu fragen.

3. Kleine Schritte zum individuellen Ziel – und nicht vergessen, Erfolge zu feiern

Das große Ziel in der Ferne wird greifbar, wenn man sich kleine Etappenziele setzt: Um Vorhaben zu verwirklichen, steckt man sich nun eine Zeitspanne von drei Monaten. Das kann zum Beispiel sein, sich über die nächsten drei Monate strikt an die Einnahme der Medikamente zu halten oder einmal die Woche zum Sport zu gehen. Diät- und Schritttagebücher können Ihnen helfen, Ernährungsdaten oder sportliche Aktivitäten Tag für Tag zu dokumentieren.

Auf keinen Fall sollten Sie dabei vergessen, sich für erreichte Etappenziele etwas Gutes zu tun. Denn wer das selbstgesteckte Ziel erreicht hat, spornt sich zusätzlich an und motiviert sich, durchzuhalten. Psychologen nennen das „positives Konditionieren”. Worin die Belohnung besteht, entscheiden Sie selbst – vielleicht möchten Sie sich mit einem Wellnesstag verwöhnen oder kochen Ihr Lieblingsessen. Nach den ersten Fortschritten folgt das nächste Etappenziel. Mit Hilfe dieser dreistufigen Strategie kann man langsam die chronische Erkrankung akzeptieren und die langfristige Lebensumstellung oder Therapie kann gelingen.