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Welche Möglichkeiten gibt es, das Schlaganfallrisiko zu senken?

Wenn bei Ihnen Vorhofflimmern diagnostiziert wurde, kann eine „herzgesunde” Lebensweise dabei helfen, Ihr Schlaganfallrisiko zu senken. 

Dass trotz Vorhofflimmerns ein Alltag ohne große Einschränkungen möglich ist und dass Sie dazu mit einem entsprechenden Lebensstil sehr viel selbst beitragen können, werden Sie auf den folgenden Seiten sehen.

In Bewegung bleiben.

Allgemein hat ein gesundes Maß an körperlicher Bewegung bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen viele positive Auswirkungen wie:

  • Blutdrucksenkung
  • Verlangsamung des Herzschlags
  • Stabilisierung des Herzrhythmus
  • Vorbeugung/Verbesserung der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Abbau von Übergewicht
  • Verbesserung der Stimmung
  • Vorbeugung von Depressionen

Geeignet sind vor allem regelmäßige körperliche Aktivitäten bei geringer Belastungsintensität. Empfohlen wird bei Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine regelmäßige Ausdauerbewegung 3- bis 5-mal die Woche für 30 Minuten.1

Sportarten, die Sie trotz einer Herz-Kreislauf-Erkrankung und auch Vorhofflimmerns betreiben können, sind z. B.:

  • Flottes Gehen oder (Nordic) Walking
  • Joggen
  • Rad fahren
  • Ergometertraining/Heimtrainer
  • Skilanglauf
  • Gymnastik (nur mit kleinen Muskelgruppen, um Blutdruckanstiege zu vermeiden)
  • Golf
  • Sportspiele wie Tischtennis, Volleyball oder Prellball.1

Überlegen Sie auf jeden Fall gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Form der körperlichen Aktivität für Sie geeignet ist.

Kein Nikotin, weniger Stress, Alkohol nur in Maßen.

Rauchen führt zwar nicht direkt zu Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, erhöht jedoch das Risiko für viele Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die dann wiederum zu Vorhofflimmern führen können. Ähnliches gilt auch für Stress und Schlafmangel, wie Sie selbst vielleicht schon festgestellt haben: Beides ist zwar nicht die direkte Ursache von Vorhofflimmern, kann dieses jedoch auslösen und verstärken. 

Auch zu viel Alkohol kann Vorhofflimmern auslösen. Im Englischen hat man hierfür sogar einen eigenen Begriff geprägt, das sogenannte „Holiday-Heart-Syndrom”. Übersetzt heißt das so viel wie „krankes Herz an Feiertagen und Wochenenden”. Gemeint ist damit ein zeitweilig auftretendes Vorhofflimmern nach besonders hohem Alkoholkonsum.

Ernährung: vielseitig und ausgewogen.

Eine besondere Diät bei Vorhofflimmern gibt es nicht.2 Empfohlen wird eine ausgewogene, „herzgesunde” Ernährung, mit der sich allgemein Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Arterienverkalkung und Bluthochdruck vermeiden bzw. günstig beeinflussen lassen.3

Mediterrane Kost schützt vor Herzerkrankungen.

Für eine gesunde und ausgewogene Ernährung dienen Ihnen die zehn Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) als Orientierungshilfe. Eine Ernährungsweise auf Grundlage dieser Regeln unterstützt vollwertiges Essen und einen nachhaltigen Ernährungsstil und fördert die Leistung sowie Gesundheit.4 Als gutes Praxisbeispiel für eine ausgewogene und besonders „herzgesunde” Ernährung gilt die mediterrane Kost. Bezeichnend für diese traditionelle Ernährungsweise in Südeuropa ist die große, gesunde Vielfalt an verschiedenen Lebensmitteln:

  • Pflanzliche Lebensmittel, wie frisches Obst und Gemüse, (Vollkorn-)Brot, Teigwaren und Getreideprodukte, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Nüsse oder Samen machen dabei den größten Bestandteil der Ernährung aus.
  • Ergänzt wird die Kost durch eine relativ hohe Aufnahme an Olivenöl als Hauptfettlieferant.
  • An tierischen Produkten stehen mehrmals wöchentlich Fisch und Geflügel auf dem Speiseplan.
  • Milchprodukte (vorrangig Käse und Joghurt) und Eier werden dafür nur in Maßen verzehrt.
  • „Rotes Fleisch” (z. B. Schweine-, Rind- und Lammfleisch) oder Wurstwaren kommen nur sehr selten auf den Tisch.5

Durch den hohen Verzehr von Olivenöl und Seefisch werden bei einer mediterranen Ernährung vermehrt einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren – und die besonders wichtigen Omega-3-Fettsäuren – aufgenommen. Diese ungesättigten Fettsäuren beeinflussen die Zusammensetzung der Blutfette (Cholesterinwerte) positiv, wodurch das Risiko für mögliche koronare Herzkrankheiten oder die Bildung von Thromben verringert werden kann.6,7 Eine weitere positive Auswirkung durch den hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel in der Kost ist der hohe Gehalt an Ballaststoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen.4

Quellen:

  1. Dickhuth HH. Bewegung und Sport bei Vorhofflimmern, Herz Heute 2014; 2:24–27.
  2. dge Info (4/2001): Vitamin K und Therapie mit Antikoagulantien.
  3. Hu FB, Willett WC. Optimal Diets for Prevention of Coronary Heart Disease. JAMA 2002; 288: 2569–78.
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. 4., vollständig überarbeitete Auflage 2013. (online) URL: www.dge.de/ernaehrungspraxis/vollwertige-ernaehrung/10-regeln-der-dge/
    (Stand: 11.11.2013)
  5. Dorandt, S. (2005): Mittelmeerkost – lebensstilgerechte Alternative für Mitteleuropäer? In: Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (DGE) (Hrsg.): Tagungsband zur Arbeitstagung der DGE 2005 „Aktuelle Aspekte in der Ernährungsbildung und –beratung.” 29./30.09.2005 in Paderborn, S. 71-76. 
  6. Mozaffarian D, Micha R, Wallace S (2010). Effects on Coronary Heart Disease of Increasing Polyunsaturated Fat in Place of Saturated Fat: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. PLoS Med 7(3): e1000252. 
  7. Skeaff CM, Miller J. Dietary fat and coronary heart disease: summary of evidence from prospective cohort and randomised controlled trials. Ann Nutr Metab 2009; 55: 173–201. 
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