Bessere Schlaganfallvorsorge in Deutschland: Die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“

Hintergrundinformation

01.07.2016

Wer wir sind

Zwei von drei Schlaganfällen könnten in Deutschland verhindert werden, wenn die Prävention unter optimalen Bedingungen stattfinden würde.1 Wir, die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) und die pharmazeutischen Unternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer, haben die „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“ ins Leben gerufen, um uns gemeinsam für eine bessere Schlaganfallvorsorge in Deutschland einzusetzen. Wir möchten, dass die Schlaganfall-Prävention in Deutschland aus Perspektive der Patienten unter ähnlich guten Bedingungen und Strukturen stattfindet wie die Akutversorgung. 2

Vorhofflimmern – ein vernachlässigter Risikofaktor

Wir konzentrieren uns zunächst auf das Vorhofflimmern, da ca. jeder fünfte der rund 270.000 jährlichen Schlaganfälle in Deutschland auf Vorhofflimmern zurückzuführen ist und fast zwei Millionen Menschen allein in Deutschland diese häufigste Form der Herzrhythmuserkrankungen haben – mit steigender Tendenz.2, 3,4 Patienten mit Vorhofflimmern haben im Vergleich zur Normalbevölkerung ein fünffach höheres Risiko für einen Schlaganfall.2 Durch Vorhofflimmern ausgelöste Schlaganfälle sind in ihrer Schwere und den Konsequenzen, wie Grad der Behinderung, Pflegebedürftigkeit oder Todesfolge, oft stärker ausgeprägt.

Was getan werden kann, um Schlaganfälle zu vermeiden,

  • ist das Wissen in der Bevölkerung über die Risikofaktoren zu bessern und die Kommunikation zwischen Patienten und ihren Ärzten zu stärken.
  • sind eine frühe Erkennung des Vorhofflimmerns und weiterer Risikofaktoren sowie eine konsequente und leitliniengerechte Behandlung wichtig.
  • sind die Patienten in ihren Möglichkeiten zu stärken, einen eigenen Beitrag zu einer besseren Vorsorge zu leisten.
  • sind multiprofessionelle, sektorenübergreifende Strukturen und Vorsorge-Modelle zu entwickeln und durch Versorgungsforschung zu bewerten, die Patienten und Ärzte dabei unterstützen, eine dauerhafte und lückenlose Schlaganfallvorsorge zu gewährleisten.

Wofür wir uns engagieren

Die Initiative möchte die Kompetenzen der Patienten stärken und engagiert sich für eine bessere Aufklärung über Vorhofflimmern und die weiteren Risikofaktoren für einen Schlaganfall – insbesondere bei älteren Menschen. Die Initiative unterstützt Patienten und Ärzte durch zielgerichtete und verständliche Informationen dabei, im Dialog Risikofaktoren rechtzeitig zu erkennen, passende Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen und diese dauerhaft umzusetzen. Unsere Informationsmaterialien sind gemeinsam mit medizinischen Beratern erstellt, von älteren Menschen getestet, vom Institut für hausärztliche Fortbildung zertifiziert und werden laufend weiterentwickelt.

Wir sind überzeugt: Eine bessere Vorsorge erfordert in Deutschland die multiprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Akteure. Die Initiative versteht sich als Impulsgeber und möchte die langjährige Expertise ihrer Partner in der Zusammenarbeit mit Patienten und Leistungserbringern dazu nutzen, tragfähige Netzwerke mit zu gestalten, um auf lange Sicht die Entwicklung einer übergreifenden Schlaganfall-Präventionsstrategie voranzubringen.

Dafür wollen wir weitere Partner und Unterstützer gewinnen. Wir engagieren uns für einen offenen Dialog mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und im Gesundheitssystem. Darüber hinaus fördern wir die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Sektoren, um neue Akzente zu setzen und Gestaltungsspielräume für bessere Versorgungsstrukturen zu schaffen. Wir bringen die beteiligten Akteure an einen Tisch und geben erfolgreichen lokalen Projekten eine deutschlandweite Plattform. Daher engagieren wir uns zu allen wichtigen Anlässen, wie z.B. dem „Tag gegen den Schlaganfall“ am 10. Mai und dem „Weltschlaganfalltag“ am 29. Oktober, aber auch ganzjährig auf unterschiedlichen Veranstaltungen. Dazu zählen u.a.:

  • Seniorentage
  • Hauptstadt-Kongress
  • relevante Messen

Auch politische Veranstaltungen stehen im Fokus der Initiative, wie bspw.:

  • Demografie-Kongress
  • Stroke Unit-Besuche

Gemeinsam können wir die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland verringern.

Schlaganfallvorsorge – jetzt gemeinsam handeln.

Die Partner

In der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“ engagieren sich folgende vier Partner:

Die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe engagiert sich seit Jahren für eine Aufklärung der Öffentlichkeit über Schlaganfälle. In unterschiedlichen Projekten kümmert sie sich um eine Verbesserung der Rehabilitation und der Nachsorge des Schlaganfalls. Unter der Federführung der wissenschaftlichen Fachgesellschaft und unter Mitwirkung der Stiftung konnte eine schnelle und flächendeckende Akutversorgung in Deutschland innerhalb der letzten 20 Jahre erreicht werden. Mit der Initiative möchte die Stiftung dazu beitragen, dass Deutschland bei der Prävention von Schlaganfällen genauso erfolgreich wird wie bei der Akutbehandlung.

Dr. Michael Brinkmeier, Vorstandsvorsitzender Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe: „Wir gehen heute aufgrund der Studienlage davon aus, dass bis zu 70 Prozent aller Schlaganfälle durch die konsequente Verminderung der Risikofaktoren in der Bevölkerung vermeidbar sind. Hauptrisikofaktoren sind Bluthochdruck, Vorhofflimmern und die Zuckerkrankheit sowie eine ungesunde, bewegungsarme Lebensweise. Zur Zielerreichung braucht es geeignete Programme, die die Betroffenen motivieren und anleiten, ihren Lebensstil zu ändern, ebenso wie Konzepte, die über Risikofaktoren und deren Kontrolle informieren. Deshalb unterstützt die Deutsche Schlaganfall-Hilfe diese Aufklärungsinitiative. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Zahl der Schlaganfälle bis 2024 deutlich zu verringern. Dabei spielt eine gute Kommunikation zwischen Patient und Arzt und ein gleichberechtigter Umgang miteinander eine große Rolle, denn im Informations- und Versorgungsdschungel können sich viele Schlaganfall-Patienten und ihre Angehörigen verloren fühlen. Ein informierter, motivierter Patient ist ein „starker“ Patient, der aktiv zur Verbesserung seiner Lebensqualität beitragen kann.“

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) möchte, dass mehr Menschen in der besonders risikobehafteten Altersgruppe der über 65-Jährigen über die Risikofaktoren für einen Schlaganfall informiert werden, um so die Zahl der Schlaganfälle zu reduzieren. Obwohl das Risiko für einen Schlaganfall mit zunehmendem Alter steigt, können Betroffene etwas dagegen tun und so möglichst gesund ein hohes Lebensalter erreichen.

Prof. Dr. Ursula Lehr, stellv. Vorsitzende der BAGSO: „Immer mehr Menschen erreichen ein immer höheres Alter. Freuen wir uns darüber und tun alles, um möglichst bis ins hohe Lebensalter gesund zu bleiben! Die Gefahr, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden steigt mit zunehmendem Alter; etwa 80% der rund 270.000 jährlich an Schlaganfall Erkrankten sind 60 Jahre und älter. Aber man kann etwas dagegen tun. Hinreichende körperliche Bewegung, gesunde Ernährung, geistige und soziale Aktivitäten mindern das Risiko. Bluthochdruck, Diabetes, erhöhte Cholesterinwerte oder gar Herzrhythmusstörungen, das sogenannte Vorhofflimmern, sind Risikofaktoren, gegen die man angehen kann. Daher ist es wichtig, Menschen in Gesundheitsfragen zu unterstützen, damit sie selbst aktiv werden und so lange gesund bleiben. Gemeinsam mit der „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“ möchten wir aufklären und Wege aufzeigen, die Zahl der Schlaganfall-Erkrankungen zu reduzieren.“

Seit 2007 bündeln die forschenden Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb und Pfizer ihre langjährige Erfahrung und Kompetenz auf dem Gebiet der Gerinnungshemmung und der Herz-Kreislauf-Erkrankungen in einer Allianz, um aktuelle Therapiestandards kontinuierlich zu verbessern. Es gehört zum Selbstverständnis beider Unternehmen, sich als verantwortungsvoller Partner im Gesundheitswesen für die Gestaltung einer Versorgungslandschaft zu engagieren, die den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Gemeinsam setzen sich Bristol-Myers Squibb und Pfizer für eine verbesserte Schlaganfallprävention ein – mit dem Ziel, die Zahl der Schlaganfälle in Deutschland bis 2024 deutlich zu verringern.

Han Steutel, Geschäftsführer Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA Peter Albiez, Geschäftsführer Pfizer Deutschland GmbH:

„Patienten haben das Recht auf eine optimale gesundheitliche Versorgung, um Krankheiten zu bewältigen oder um späteren Erkrankungen vorzubeugen. Vorhofflimmern gilt als ein Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Schlaganfällen. Als forschende Pharmaunternehmen und Partner im Gesundheitswesen möchten wir dazu beitragen, jedem Menschen mit Vorhofflimmern die individuell bestmögliche Schlaganfallvorsorge zu ermöglichen. Gemeinsam können wir den Schlaganfall in die Schranken weisen. Davon sind wir überzeugt.“

Kontakt und weitere Informationen:

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Mario Leisle
Pressestelle
Schulstr. 22
33330 Gütersloh
Tel: 05241/97 70 -12
Fax: 05241/97 70 -712
E-Mail: presse(at)schlaganfall-hilfe.de
 

Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO)

Ursula Lenz
Pressereferat
Bonngasse 10 
53111 Bonn 
Tel: 0228/24 99 93-18
Fax: 0228/24 99 93-20
E-Mail: lenz(at)bagso.de
 

Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

Eszter Viragh 
Public Affairs 
Arnulfstraße 29
80636 München 
Tel: 089/1 214 2-70 36
Fax: 089/1 21 42-262
E-Mail: eszter.viragh(at)bms.com
 

Pfizer Deutschland GmbH

Thanh-Van Loke
Unternehmenskommunikation 
Linkstraße 10
10785 Berlin 
Tel: 030/55 00 55-529 53  
E-Mail: presse(at)pfizer.com

Abdruck honorarfrei in Zusammenhang mit „Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln“,

Beleg erbeten an: Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Mario Leisle, Schulstr.22, 33330 Gütersloh, presse(at)schlaganfall-hilfe.de; BAGSO, Ursula Lenz, Bonngasse 10, 53111 Bonn, lenz(at)bagso.de; Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, Eszter Viragh, Arnulfstraße 29, 80636 München, eszter.viragh(at)bms.com oder Pfizer Deutschland GmbH, Thanh-Van Loke, Postfach 610194, 10922 Berlin, presse(at)pfizer.com

© Initiative Schlaganfallvorsorge

Quellen:

  1. Willett WC. Balancing life-style and genomics research for disease prevention. Science 2002; 296:695-698.
  2. Camm AJ et al. Guidelines for the management of atrial fibrillation: the Task Force for the Management of Atrial Fibrillation of the European Society of Cardiology (ESC). Europace 2010; 12:1360-1420.
  3. Heuschmann PU et al. Schlaganfallhäufigkeit und Versorgung von Schlaganfallpatienten in Deutschland. Frequency and care of stroke in Germany. Akt Neurol 2010; 37: 333340.
  4. Patienteninformation „Herz aus dem Takt: Vorhofflimmern“. Herausgeber Kompetenznetz Vorhofflimmern. Aktualisierte Neuauflage, Stand Februar 2013.
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